Chirurgie der Gallenwege und der Gallenblase

Eine Volkskrankheit – Gallensteine

Ursache langjähriger Oberbauchschmerzen sind nicht selten Gallensteine (Cholezystolithiasis), die durch Behinderung des Abflusses aus der Gallenblase Beschwerden und Entzündungen (Cholezystitis) verursachen können. Bei Abgang einzelner Gallensteine über den Gallengang (Choledocholithiasis) kann es zu äußerst unangenehmen Krämpfen (Gallenkoliken) aber auch zu Gallenstauung und Entzündungen der Bauchspeicheldrüse kommen.

Vor allem im höheren Lebensalter verlaufen Entzündungen der Gallenblase häufig zunächst schleichend und führen dann nicht selten zur akuten Perforationen der Gallenblase mit Bauchfellentzündung oder zum Bild der „Schrumpfgallenblase“. Gerade letztere stellt nicht nur eine chirurgische Herausforderung dar, sondern kann Vorstufe eines Gallenblasenkarzinoms sein.

Gallenblasen-Entfernung

Die Entfernung der Gallenblase wird seit nunmehr über 20 Jahren routinemäßig minimal invasiv (Schlüsselloch-Operation) durchgeführt. Durch Weiterentwicklung der apparativen Ausstattung sowie Perfektionierung der Operationstechnik dauert heute eine unkomplizierte Gallenblasenentfernung in der Regel weniger als 30 Minuten. Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes beträgt drei Tage. Im Anschluss an die Operation ist keine Umstellung der Ernährung erforderlich.

Die Versuche, das operative Zugangstrauma immer weiter zu verringern führten zur Entwicklung von Verfahren der Gallenblasenentfernung über einen einzigen Nabelzugang (SILS), bzw. unter Nutzung natürlicher Körperöffnungen (NOTES).